Seit der keltischen Zeit ist der Abbau von Kohle durch Ausgrabungen, seit 1429 auch schriftlich in unserer Region belegt. Gerade unter dem Einfluss von Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken und der Industrialisierung ab etwa 1850 innerhalb der preußischen Regierungszeit, hat der Kohleabbau an der Saar bis heute eine nachweislich rund 600 Jahre alte Geschichte erreicht. Kohle und Stahl haben die Region des heutigen Bundeslandes Saarland nicht nur in Wirtschaft und Struktur, sondern auch in der Bevölkerungsentwicklung maßgeblich beeinflusst und geprägt.

Selbst in einer sogenannten „Grubengemeinde“ geboren und groß geworden, verbindet mich mein Bild der Kinder- und Jugendzeit von damals immer noch mit den Fördertürmen der Grube Reden und der Kokerei Reden. Viele persönliche Erlebnisse aus dieser Zeit, die mich bis heute prägten.

Mit Bedauern habe ich die letzten Jahrzehnte verfolgt, in der die letzten Gruben geschlossen, die Bergleute „an die Ruhr“ oder nach Ibbenbüren versetzt wurden. Aber auch diese Phase ist seit dem Ende des Jahres 2018 Geschichte.

Doch wie geht es im Saarland weiter mit der Landesgeschichtsforschung zum Thema Bergbau?
Bereits im Jahre 2015 hatte ich begonnen, die ersten Kontakte mit Verantwortlichen aus Politik, RAG und dem Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine im Saarland zu knüpfen. Mein Ziel ist es ein System aufzubauen, indem die Arbeit dieses für unser Land ehemals so wichtigen Berufszweiges gewürdigt werden soll. Die dort beschäftigten Generationen von Menschen und ihre Familien haben es verdient, nicht in Vergessenheit zu geraten. Sehr viel Einfluss hat der Bergmannsstand heute noch in den meisten Familien der Region. Bevor er aber in den Hintergrund tritt oder in den Folge- Generationen ganz in Vergessenheit gerät, wollen wir der Problematik mit der Gründung einer Arbeitsgruppe „Saarländische Bergbaugeschichte“ entgegentreten, an der sich jeder mit seiner Person oder Organisation beteiligen kann.

 

Die Geschichte des Bergbaus insgesamt an der Saar wurde inzwischen erforscht und in vielen Publikationen veröffentlicht. Was unseres Erachtens aber noch nicht aufgearbeitet wurde, ist z.B. der soziale Aspekt und die Errungenschaften in der dortigen Arbeitswelt. Ich erinnere da z.B. an das Knappschaftssystem oder die Gewerkschaften. Aber auch an die vielen Kapellen, Chöre und Barbara-Bruderschaften im Land. Die Unterstützung des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine ist im Rahmen der Traditionspflege für uns ein ebenso wichtiger Baustein, wie das Thema Museen. Mit unserem Mitgliedsverein Verein Erlebnisbergwerk Velsen haben wir hierzu bereits einen kompetenten Ansprechpartner aus den eigenen Reihen.

Unser Ziel ist es, diese gesamte Struktur und den besonderen Status dieses Berufszweiges für die Nachhaltigkeit aufzuarbeiten. Dafür bieten wir mit dem Verein für Landeskunde im Saarland e.V. (VLS) das Dach der neuen Arbeitsgruppe, die im Rahmen der VLS-Satzung selbständig landesweit arbeiten wird.

Ein erster Baustein dazu wird die Aufnahme der sog. Saar-Kohlenwald-Informationen auf unserer Webseite www.landeskunde-saarland.de sein. Sie bietet dann einen Überblick über den Saarkohlenwald in Karten aus dem Zeitraum zwischen 1808 und 2006. Alleine der hier gezeigte Duhamel–Atlas mit seinen 66 Karten im Maßstab 1:5000 ist das erste zusammenhängend gezeichnete Kartenwerk für diese Region.

Diese Seite, die vom Regionalverband Saarbrücken betreut aber abgeschaltet werden musste, steht uns ab sofort zur Verfügung und wird eine der Grundlagen für die zukunftsweisende Arbeit dieser neuen Arbeitsgruppe bieten. Es sind jedoch noch neuere software-technische Arbeiten dazu erforderlich.

Ich möchte dazu alle Personen und Organisationen, die Interessierte haben sich mit dem Thema „Saarländische Bergbaugeschichte“ zu beschäftigen, zu unserer Informations- veranstaltung einladen.

Sie findet am Donnerstag, dem 06. Juni 2019, um 17.00 Uhr
im historischen Rechtsschutzsaal in Friedrichsthal – Bildstock statt.

Ich möchte Sie dazu bitten, diesen Termin in Ihrem Freundes- und Kollegenkreis ebenso weiterzugeben, wie die Benachrichtigung Ihrer Mitglieder in den geschichtlichen Organisationen.

Viele Grüße – Glück auf Friedrich Denne

(1.Vorsitzender)